Fireworld -Zum Nachdenken
Nestbeschmutzer und Querulanten

Gedanken von Günther Geist, selbst Feuerwehrmann, zu obigen Thema zur Veröffentlichung auf Fireworld

Je mehr Köpfe, desto mehr Meinungen. Das ist ein Grundsatz, der trifft sicherlich auf viele Situationen zu. Doch bei den Feuerwehren kann es dadurch doch zu einigen Problemen führen.

Bei Einsätzen gibt es nicht nur ein Richtig oder Falsch. Da gibt es bei vielen Köpfen auch viele Lösungsvorschläge. Aber entscheiden kann im Endeffekt nur einer der Einsatzleiter. Er muss auch die Verantwortung tragen. Daher laufen die Einsätze im Normalfall auch geordnet ab.

Anders ist die Sachlage jedoch im Feuerwehralltag. Hier wird doch meistens versucht etwas demokratischer vorzugehen. Aber natürlich kann auch der beste Feuerwehrkommandant nicht alle Wünsche jedes einzelne Feuerwehrmitgliedes erfüllen.
Es wird versucht werden, einen guten Kompromiss zu finden. Doch leider kommt es immer wieder vor, dass Kameraden mit diesen Kompromiss nicht auskommen wollen. Und hier entstehen dann Probleme die eigentlich nicht notwendig sind.

Leider gibt es einige Kameraden, die glauben, dass es ohne ihnen bzw. ohne ihrer Meinung nicht funktioniert. Es wird dann versucht, dass alle anderen Dinge schlecht gemacht werden. Meistens nur in der eigenen Feuerwehr. Schlimmer ist es jedoch, wenn versucht wird die eigene Feuerwehr bzw. nur einige Kameraden nach außen in ein schlechtes Licht zu rücken.

 

Haben wir das wirklich nötig?

Eine Feuerwehr zu führen, ist schwer genug. Auch ohne ständige Querschüsse. Ich glaube wir sollten alle erwachsen genug sein, dass wir auch akzeptieren können, dass es nicht immer nach unseren Vorstellungen geht. Alles andere erscheint doch ziemlich egoistisch.

Eine Sache sollte nicht vergessen werden! Nur gemeinsam kann bei der Freiwilligen Feuerwehr etwas erreicht werden. Auch wenn man mit verschiedenen Entscheidungen nicht einverstanden ist, sollte man doch über seinen Schatten springen und diese mittragen. Bei einer anderen Gelegenheit wird sicherlich die eigene Meinung mehr berücksichtigt werden.

Wer wegen seines verletzten Egos seine Feuerwehr auch nach außen schlecht macht, sollte sich mal die Frage stellen was das bringt. Freunde wird er sich in der eigenen Wehr dadurch sicherlich nicht machen.
Auch sinkt drastisch die Wahrscheinlichkeit, dass bei Entscheidungen auf seine Meinung Wert gelegt wird. Das Schlimmste ist jedoch, dass solche Kameraden den Freiwilligen Feuerwehren allgemein schaden. Denn wenn wir uns intern nicht einig sind, und uns noch dazu gegenseitig schlecht machen, wie sollen wir dann von der Bevölkerung bzw. von den Politikern ernst genommen werden. Und wenn wir nicht ernst genommen werden, dann können wir auch keine Forderungen und Wünsche durchsetzen.

 

Sicherlich ist es unangenehm wenn man seine Wünsche zurückstecken muss, aber ich glaube es ist wichtiger für die Gemeinschaft etwas Positives zu bewegen, als seinen Kopf durchzusetzen.

"Allen Leuten Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann" wenn man sich das ab und zu in Erinnerung ruft, dann sollte es auch weniger Querulanten und mehr Gemeinsamkeiten bei der Feuerwehr geben.

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Was ist ein Feuerwehrmann?

 

Er ist ein Mann wie du und ich, der in diesem Haus wohnt, mit dem aufgeweckten Kopf eines Kindes; der sich nie der Bewegung der Sirenen, Brände und Gefahren entziehen kann, mit Fehlern, Sorgen und unerfüllten Träumen, aber mit mehr Güte als die meisten von uns.

Das ist ein Feuerwehrmann!

 

Der seine Kräfte anbietet jedes Mal, wenn es Alarm schlägt. Der mit einem Mal der Glücklichste oder unglücklichste Mann ist. Der den Wert des Lebens kennt, weil er die große Macht der unkontrollierten zerstörerischen Kräfte gespürt hat.

Das ist ein Feuerwehrmann!

 

Ein Mann, der auf das Lächeln der Kinder antwortet, weil er in seinen Armen kleine Körper getragen hat, die nicht mehr lächeln werden. Ein Mann, der sich an den einfachen Vergnügen des Lebens erfreut, wie an deinem Gruß zum Beispiel oder an einer Tasse heißen Kaffees, um Kraft zu schöpfen.

Das ist ein Feuerwehrmann!

 

Kameradschaft eines tapferen Mannes, göttlicher Friede nach getaner Arbeit mit all den Leuten. Der Feuerwehrmann hegt keinen Groll und schwingt keine Fahnen im Trott der Masse, noch reißt er irgendwelche dreckigen Zoten, aber er pflegt das Andenken an die verunglückten Kameraden.

 

Der Feuerwehrmann spricht nicht über die Brüderlichkeit unter den Menschen - Er lebt sie!

Das ist ein Feuerwehrmann!


Der Ab- und Zu- Feuerwehrmann

Ein kritischer Text, den ein Kommandant als Mahnung in der Feuerwehr publizierte:

 

Herr X. ist Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und - wie er glaubt - ein aktiver Feuerwehrmann. Denn immerhin nimmt Herr X. des öfteren an Ausrückungen zu Festen teil; auch wenn es gratis etwas zu essen gibt ist er zur Stelle.

Wie gesagt, ein aktives Mitglied der Feuerwehr - wie er glaubt.

An technischen Schulungsabenden nimmt Herr X. nicht teil, denn er kennt sich ja sowieso überall aus, schließlich ist er ja bereits seit 20 Jahren bei der Feuerwehr!

Herr X. hat einen 18-jährigen Sohn. Dieser bestand vor einem Monat die Führerscheinprüfung und letzte Woche hat er sich ein neues Auto gekauft.

Es ist Samstag Abend und der Sohn von Herrn X. lädt seine Freunde zu einer Disco-Tour in seinem neuen PKW ein. Natürlich trinkt er keinen Alkohol, schließlich ist er ein selbstbewusster Lenker.

Während der Heimfahrt beginnt es zu schneien und die Fahrbahnen werden spiegelglatt.

Und es passiert - aufgrund noch mangelnder Fahrpraxis kommt der Wagen ins Schleudern und prallt in der Folge gegen einen Baum. Die Mitfahrer können sich nur leicht verletzt selbst aus dem PKW befreien, X's Sohn jedoch ist hinter dem Steuer eingeklemmt. Seine Freunde verständigen Feuerwehr, Rettung und Gendarmerie.

Herr und Frau X. sitzen vor dem Fernseher, als die Feuerwehrsirene zum Einsatz ruft.

Herr X. springt auf und rast ins Feuerwehrhaus, welches sich nicht weit von seiner Wohnung befindet. Vier Kameraden sind bereits im Feuerwehrhaus, als er dort eintrifft.

Es sind lauter "Ab-Und Zu-Feuerwehrmänner", doch jeder glaubt, der andere wird sich schon mit dem Bergegerät auskennen, und sie rücken mit dem LFB-A zur genannten Einsatzstelle aus. Dort angekommen erkennt Herr X. den Wagen seines Sohnes, die eingeklemmte Person ist sein eigenes Kind.

Er gerät in Panik, schreit seine Kameraden an, dass sie um Gottes Willen seinen Sohn befreien! Doch nur betretene Blicke und schuldbewusste Köpfe sind die Antwort. Jeder, der "Ab-Und Zu-Feuerwehrmänner" glaubte, sich überall auszukennen, weil er ja schon so lange Zeit bei der Feuerwehr ist.

Aber die Teilnahme an Schulungen und technischen Übungen hielten sie nicht für notwendig - bis an diesen schicksalhaften Tag.

 

Anmerkung des Autors:
Diese Geschichte, werte Leser, habe ich mir ausgedacht, um zu veranschaulichen, was passieren kann, wenn die von der Feuerwehr angebotenen Übungen und Schulungen nicht genutzt werden.

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                        Die Feuerkämpfer


 
Zum Kampfe gegen das Untier des Feuers,
Sie halten zusammen und sind stets bereit!
Hilfe zu leisten, beim größten Unglück,
Für alle Menschen in Schmerzen und Leid.
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Das sind die tapferen Feuerwehrleute,
In den Städten und Dörfern auf dem Land,
Sie stehen zusammen wie treue Freunde,
Mit Routine läuft alles Hand in Hand.
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Jeder Kamerad schaut nach dem anderen,
Denn im Einsatz geht's um den Ernst des Lebens!
Zur Erhaltung von Haus und Hof wird gekämpft,
Wie oft streitet der Tod ?... und verliert dann vergebens!
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Die Menschen und Tiere zu retten ist wichtig,
Und jeder der Truppe setzt sich stark dafür ein;
Gott schütze die Mannschaft, jeder soll's überleben...
Denn auch ihre Lieben, sie warten daheim!
 

                                                 Geschrieben von Hartmut Reinsch